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Silvester in Wien
Prosit Neujahr
Zum Jahreswechsel erlebt Wien ein Feuerwerk an Attraktionen: In der ausgelassensten Nacht des Jahres
feiert die ganze Stadt. Mit Festzelten und Showbühnen, Livemusik und Discohits von Walzer bis Rock’n’roll.
Der Silvesterpfad gibt die Richtung vor, von einem Highlight zum nächsten. Bis Schlag Mitternacht die
Pummerin, die ehrwürdige Glocke Österreichs, im Stephansdom das Neue Jahr einläutet. Dann wird erst recht
gefeiert - die Nacht durch bis in den Morgen.
Je kälter die Nächte, desto heißer die Stadt: Wenn das alte Jahr geht und das neue kommt, wird Wien zum
absoluten Hot Spot. Tausende Menschen ziehen zu Silvester durch die Straßen. Von einem Open-Air-Spektakel
zum anderen. Oder auf dem Weg zu Konzerten, Galas oder Rundfahrten. Feuerwerkskörper knallen an allen Ecken
und Enden, Sekt und Punsch fließen in Strömen, und die Laune schäumt über. Laut, lustig und ausgelassen,
so wird in Wien Silvester gefeiert. Das ist kein Zufall, sondern gewachsene Tradition: Papst Silvester,
der Namenspatron dieser Nacht, hatte im 4. Jahrhundert versucht, in der neuen christlichen Kirche mit den
heidnischen Sitten aufzuräumen, die alten Götter aber erwiesen sich als äußerst hartnäckig. Sie kehrten
immer wieder zurück, als schlaue Teufel, böse Geister oder durchtriebene Dämonen, die sich in die Seele
der Menschen verkrallten. Und da nahm auch Papst Silvester wieder zu heidnischen Bräuchen Zuflucht und
ließ verlautbaren, dass das einzige, was sie auf den Tod nicht ausstehen könnten, Lärm war. Seither muss
es zu Silvester krachen, knallen und blitzen. Nur so kann das Neue Jahr frei von dunklen Geistern hell und
strahlend Einzug halten.
Silvester Open air: die Megaparty
Die Wiener Innenstadt hält sich mit besonderer Hingabe an die Weisungen des Heiligen Silvester. In der
letzten Nacht des Jahres verwandeln sich die verträumten romantischen Gässchen, die eleganten Straßen und
Plätze zur Location für eine laute, pulsierende Megaparty. Tausende Menschen ziehen in der Innenstadt auf
dem Silvesterpfad mit seinen Ständen für Sekt, Punsch und Snacks von Attraktion zu Attraktion. Rathausplatz,
Teinfaltstraße, Freyung und Hoher Markt: Überall gibt es Festzelte und Showbühnen, Livemusik, Gigs und
Entertainment. Je lauter es zugeht, desto sicherer können die Wiener sein, dass die bösen Geister vertrieben
werden. Musik ist dazu ein beliebtes Mittel, und zwar Musik jeder Art. Walzer-Melodien ebenso wie
Dancefloor-Hits, Ohrwürmer aus den 70ern und Volksmusik. Und vor der Oper lockt eine Videowall mit populären
Operettenproduktionen.
Wer im alten Jahr noch einmal romantisch abheben will, sollte im Prater eine Runde mit dem Riesenrad drehen
und bei einem Glas Sekt in den alten Waggons das Lichterpanorama der Stadt begrüßen. Oder dem Neuen Jahr
entgegen joggen: im Rahmen des 5.400 Meter langen Silvesterlaufs auf der Ringstraße, vorbei an den
prachtvollsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Für Romantiker ist es ein besonderes Erlebnis, den Lichterglanz
des Wiener Jahreswechsels von der Donau aus zu beobachten. Auf den Rundfahrtschiffen der
DDSG-Blue-Danube-Schiffahrtsgesellschaft ist man zwar weit weg vom Trubel der Innenstadt, bekommt ihn in
gedämpfter, angenehmer Form aber trotzdem mit. Und Gelegenheit zum Tanzen gibt es auch. Oder man begibt
sich auf die Wiener Hausberge Kahlenberg, Leopoldsberg und Cobenzl, wo man den besten Blick über all die
vielen Feuerwerke hat, die das neue Jahr willkommen heißen.
Aber das ist noch lange nicht alles, was die Wiener Silvesternacht zu bieten hat. Kleinkunst-Darbietungen
und Karaoke dienen der Unterhaltung. Und Meister magischer Künste eröffnen mit Kartenlegen, Handlesen,
Pendeln und Bleigießen tiefgründige Einblicke in die Zukunft. Schließlich will ja jeder wissen, was das
Neue Jahr so alles bringen wird.
Gegen Mitternacht sammeln sich tausende Menschen zu Füßen des Stephansdoms. In den letzten Minuten des
alten Jahres verstummt überall die Musik. Ein Countdown setzt ein. Bis dann, Schlag Mitternacht, die
sonoren Glockenschläge der guten alten Pummerin hoch oben im „Steffl“ ertönen: Das Neue Jahr ist da.
Während die Schläge der Pummerin noch dunkel nachhallen, erklingt der Donauwalzer. Jetzt knallen die
Sektkorken und auch wildfremde Menschen prosten einander fröhlich zu: Das Neue Jahr soll allen Glück
bringen. Und damit es dies auch sicher tut, wird bis zum frühen Morgen gefeiert.
Silvester elitär: Bälle, Galas und Konzerte
Knisternde Ballroben, kostbare Juwelen und der imperiale Glanz der Donaumonarchie, das sind die Attribute
des berühmten Kaiserballs in den Prunkräumen der Hofburg. Wo schon die Habsburger den Jahreswechsel feierlich
zu begehen pflegten, bildet ein festliches Diner den Auftakt zu einer Nacht mit Walzerklängen und livrierten
Lakaien. Höhepunkt des Balles ist die Mitternachtseinlage, die von den hervorragenden Tänzern und Sängern
der bekanntesten österreichischen Bühnen gestaltet wird.
Auch die Silvestergala im Großen Festsaal des Wiener Rathauses ist ein elegantes Ereignis. Die Walzerklänge
eines Ballorchesters, ein Jungdamen- und Jungherrenkomitee, ein köstliches, internationales Buffet und das
Willkommen des Neuen Jahres vom Prachtbalkon zeigen einmal mehr: Wien ist das Zentrum des verfeinerten
Lebensstils. Dass es auch nach wie vor das Zentrum der vollendeten Eleganz ist, beweisen die Bälle und
Galas in den großen Luxushotels. Viele von ihnen bieten den festlichen Rahmen zum Tafeln und Tanzen,
Feiern und Flirten wie zu Kaisers Zeiten. Küss die Hand!
Die Stadt der Musik macht ihrem klingenden Namen selbstverständlich auch zum Jahreswechsel alle Ehre.
Silvester- und Neujahrskonzerte begleiten den Datumssprung in vollendeter Harmonie. Die Wiener Symphoniker,
das Wiener Hofburgorchester, das Wiener Ring-Ensemble, das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, das
Strauss Festival Orchester oder das Wiener Residenzorchester, um nur einige zu nennen, sie alle bieten
Musikerlebnisse vom Feinsten.
Das Ereignis schlechthin aber ist das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Das Konzert der Superlative,
das jedes Jahr von einer Milliarde Menschen auf der ganzen Welt begeistert verfolgt wird, erklang zum ersten
Mal im Jahr 1941. Seither haben es die berühmtesten Dirigenten der Welt geleitet. Zubin Mehta, Lorin Maazel,
Seiji Ozawa, Riccardo Muti, Nikolaus Harnoncourt, Georges Prêtre und Daniel Barenboim dirigierten in den
vergangenen Jahren im blumengeschmückten Goldenen Saal des Musikvereins die liebgewordene Tradition des
Reigens von Strauß-Melodien. Um Karten für diese weltberühmte musikalische Visitenkarte Wiens bemühen sich
nur Optimisten, denn die Nachfrage ist riesengroß. Um Musikfreunden aus aller Welt die gleichen Chancen
einzuräumen, werden die Karten zum Jahresbeginn über die Website der Wiener Philharmoniker verlost. Die
Anmeldungen zur Verlosung werden ausschließlich vom 2. bis zum 23. Jänner eines jeden Jahres entgegengenommen.
Die Philharmoniker wünschen auch dabei mit ihrem bekannten Charme: Viel Glück!
Der Neujahrs-Morgen wird in Wien traditionellerweise mit einem Katerfrühstück auf dem Rathausplatz begrüßt,
bei dem man das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker auf einer Großbildleinwand genießen kann.
Silvester zu Hause: Bleigießen, Sauschädel und Linsensalat
Trotz der Fülle an Möglichkeiten, Silvester außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen, entscheiden
sich viele Wiener zum Feiern in privatem Rahmen. Man isst, trinkt, tanzt und unterhält sich ausgelassen.
Um Mitternacht aber, sobald die Schläge der Pummerin durch das geöffnete Fenster oder aus dem Radio zu hören
sind, wird es dann besonders turbulent. Alle stoßen mit Sekt und Champagner an, wünschen einander alles Gute
und beschenken sich gegenseitig mit „Glücksbringern“, die man dann im Geldbörsel mit sich herumträgt:
Schweinchen, Glücksklee, Geldsäcken, Marienkäfern. Viele laufen auf die Straße, werfen Knallfrösche oder
schießen Feuerwerkskörper ab. Oder man wendet sich gleich dem Bleigießen zu. Dabei werden kleine Stückchen
Blei über einer Flamme erhitzt und dann in kaltes Wasser gegossen. Die so entstandenen phantastischen Figuren
dienen als Orakel, aus ihnen lässt sich die Zukunft ablesen: Wer ein schönes, rundes Herz gießt, hat für das
nächste Jahr ganz sicher alle Herzen gewonnen.
Nach Mitternacht kommen in vielen Häusern auch spezielle Silvester-Gerichte auf den Tisch, allen voran
Linsensalat und gekochter Sauschädel. Ersterer soll im kommenden Jahr Geldsegen bescheren. Und auch die
Funktion des zweiteren ist ganz logisch: Wer im kommenden Jahr Schwein haben will, der muss in dieser Nacht
Schwein essen. Prosit Neujahr!
Quelle: WienTourismus
Autorin: Hanne Egghardt
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